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Über diese Website und mich

Ein typischer Satz in der russischen Wikipedia: »Die Bücher von ... sind ins Italienische, Englische, Französische und Serbische übersetzt.« Das Deutsche fehlt, die Auslassung trifft auf mindestens ein Dutzend interessanter Schriftsteller zu. Vorwiegend sind es Autoren, die dem »neuen Realismus« zuzurechnen sind - und darauf verzichten, ihre Arbeiten ideologisch oder politisch zu überformen. Doch selbst wenn sie letzteres tun, ihre Ansichten aber nicht der vorherrschenden Meinung in deutschen Medien entsprechen, dauert es entweder lange Jahre, bis deutsche Leser diese Werke in ihrer Sprache lesen können, oder sie werden von den Verlagen schlicht ignoriert. Gäbe es heute einen neuen Tschechow, würden ihn die Verlage nicht drucken.
Umgekehrt ist es anders herum. Arbeiten von Schriftstellern, die den in Deutschland seit jeher verbreiteten Klischees über das Leben in Russland entsprechen, finden reißenden Absatz. Das ärgert mich als Slawisten besonders, weil so ein völlig falsches Russland-Bild in deutschen Köpfen entsteht. Deshalb nutze ich diese Website, um im Deutschland unbekannte oder unterbewertete Schriftsteller bekannt zu machen; vor allem durch eigene Übersetzungen.

Portrait
Gerhard Seyfarth 2018

Ich bin Jahrgang 1949, habe ab 1962 Russisch an der Schöneberger Sophie-Scholl-Schule gelernt und von 1969 bis 1973 an der FU Berlin Slavistik studiert. 1973 zog ich aus beruflichen Gründen (Korrespondent der Zeitung »Die Wahrheit«) nach Moskau um, wo ich 1983 an der Lomonossow-Universität das Studium eines Russisch-Lehrers mit der Diplom-Prüfung und dem akademischen Grad eines Magisters abschloss. Danach zog ich zurück nach Berlin.
Seit 50 Jahren fasziniert mich die moderne russische Literatur. Jetzt habe ich endlich die Zeit, mich um sie intensiv zu kümmern.
Hinweis: Alle von mir angefertigte Übersetzungen haben den Status »Rohfassung«. Über eine Mitarbeit anderer Übersetzer*innen würde ich mich freuen.

Der Schriftzug im Kopf der Seite ist aus dem Font »RodchenkoCTT« gesetzt, dessen Bezeichnung an den großartigen sowjetischen Designer Alexander Michajlowitsch Rodtschenko (1891-1956) erinnert. Ich war im Oktober 2018 angenehm überrascht, als ich auf der Frankfurter Buchmesse den ganz im Rodtschenko-Stil gestalteten Gemeinschaftsstand russischer Verlage sah. Buchmessenstand
Stand auf der Buchmesse in Frankfurt/Main 2018